Die Bienen
Das einzelne Bienenvolk
Das Bienenvolk (in Imkerdeutsch auch "die Bien" genannt) ist eine Gemeinschaft
- mit einer Königin,
- tausenden kurzlebigen, nicht fortpflanzungsfähigen weiblichen Arbeiterinnen
- und in den Frühjahrs- und Sommermonaten mehreren Hundert Männchen (Drohnen)
Hier herrscht ein geordnetes Gewimmel von (im Sommer) bis zu 70.000 Individuen, die auf engstem Raum zusammen leben.
Das Bienenvolk ist sozial organisiert, mit einem Nest, wo eine gemeinsame Brutpflege und eine reproduktive Arbeitsteilung existiert. Die gute Organisation dieser Gemeinschaft und die erfolgreiche intensive Arbeitsteilung ist nur durch intensive Kommunikation möglich. Die Kommunikation erfolgt über Duftsubstanzen (Pheromone) und die gemeinhin bekannte Tanzsprache. Diese dient der Übermittlung von Informationen über die Lage von Trachtquellen und neuen Behausungen (Schwarm).
Ein Volk brütet nahezu durchgehend in der Zeit von Februar bis Oktober. Seine Brutleistung im Frühjahr ist Voraussetzung für Wachstum und Schwärme. Doch hauptsächlich dient die Brutleitung der Gesunderhaltung. Von April bis August prägen Sommerbienen die Zusammensetzung des Volkes. Sie leben nur zwei bis drei Wochen und gehen ab, bevor sich Krankheitserrreger in Ihnen entwickelt und vermehrt haben. Dieser rasante Bienenumsatz macht ein aufwendiges Imunsystem der Einzelbiene überflüssig. Es erfolgt über acht bis zehn Generationen und sorgt dafür, dass ein Volk die während des Winters oder im zeitigen Frühjahr angehäuften Krankheitserreger stark ausdünnt.
Im Winter ist Nichtbrüten besser als Brüten, denn in der kalten Jahreszeit kostet der Nachwuchs ennorme Heizenergie. Außerdem füllt der auf Hochtouren laufendende Stoffwechsel der Futtersaft produzierende Ammenbienen rasch deren Kotblase. Wenn es zu lange kalt ist, wird deren Kotblase im Stock entleert, was im späteren "Frühjahresputz" ansteckend wirken kann. (Dr. Gerhard Liebig, Bienen Journal 2/2009)
Die Königin
Die Königin auch Weisel genannt, ist das einzige geschlechtsreife weibliche Tier im Bienenvolk. Sie kann drei bis fünf Jahre alt werden und wächst - meis
t mit Schwestern - zur Schwarmzeit in besonders großen Brutnäpfchen, den Weiselzellen heran. Um aus einer Arbeiterinnenlarve eine Königin zu ziehen, werden diese besonderen Larven mit Gelée Royale, Weiselfuttersaft oder Königinfuttersaft, aufgezogen. Die junge Königin paart sich einmal in ihrem Leben beim "Hochzeitsflug" mit einigen Drohnen und speichert den Samen in einer Samenblase.
Die Arbeiterinnen
Die Arbeiterinnen eines Volkes stammen von einer Mutter (Königin) und mehreren Vätern (Drohnen) ab. Durch die anstrengenden Tätigkeiten, wie Nektar- und Pollen sammeln und Brutpflege werden die Sommerbienen nur einige Wochen alt. Die Winterbienen können dagegen mehrere Monate alt werden. Diese langlebigen Bienen überleben den Winter und erfüllen im beginnenden Frühjahr die diversen Aufgaben wie z.B. Brutpflege, Bau und Sammeltätigkeit. Mit diesen Aufgaben werden sie genauso beansprucht wie Sommerbienen und sterben im Laufe des Frühjahrs allmählich ab, während neue Generationen an Sommerbienen schlüpfen. Bei guter Versorgung erhöht sich kontinuierlich der Anteil der Brut und somit zeitlich versetzt auch der Anteil der erwachsenen Bienen. Zum Ende der Bienensaison wird das Bienenvolk wieder kleiner. Die Bienenvölker überwintern in Gruppen von 5.000 - 10.000 Tieren und vermehren sich im Sommer bis auf 70.000 Tiere pro Volk.
Die Drohnen
Der Drohn, oder auch die Drohne, wird die männliche Biene genannt. Drohnen gibt es im Bienenvolk nur in den Frühlings- und Sommermonaten. Die Drohnen beteiligen sich nicht an Arbeiten im Bienenstock. Sie sammeln auch kein Nektar oder Pollen. Die Aufgabe der Drohnen im Bienenvolks ist, nach der Geschlechtsreife regelmäßig auszufliegen, um nach begattungsfähigen Bienenköniginnen zu suchen.
Der Schwarm
- Wenn es den Bienen zu eng in der Beute wird,

- sie genug Vorräte für die zurückbleibenden Jungkönigen gesammelt haben,
- die erste Brutzelle (Weiselzelle) einer neuen Königin verdeckelt ist
- und das Wetter auch noch möglichst trocken und warm ist,
- dann saugen sich alle älteren Flugbienen mit Nektar (hier werden bis zu 3 kg mitgenommen) voll
- und ziehen mit der alten Königin aus.
Es fällt ein Schwarm.

Ein einzelnes Volk kann mehrere Schwärme abgeben, bis der Bienenstock fast vollständig leer ist. Hierbei verlassen die nun schlüpfenden (unbegatteten) Jungköniginnen mit einen weiteren Teil des Volkes den Bienenstock.
Diese Schwärme sind die einzige natürliche Möglichkeit eines Bienenvolkes, sich zu vermehren. Indem sich ein starkes Bienenvolk teilt, wird versucht, mehrere neue Bienenvölker zu gründen. Wie sich jeder denken kann, beinhaltet diese Vermehrungstaktik mehrere große Risiken, wie z.B. das Problem innerhalb von wenigen Tagen eine neue Behausung zu finden, nicht von längeren Schlechtwetterperioden überrascht zu werden,....
Tatsächlich versucht der Imker das Auftreten einen Bienenschwarms in der Regel zu verhindern. Denn es könnte passieren, dass die Bienen nicht mehr auffindbar sind, oder sich in 10 Meter Höhe niedersetzen, was das Einfangen des Schwarms zu einem Abenteuer macht. Außerdem fällt ein Volk, welches schwärmt für die weitere Honigproduktion des Jahres aus.
Die Bienen


